Was plant die neue Regierung für die Rente bzw. Altersversorgung?

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Euro Geldscheine von 10 - 100: Was plant die Regierung mit der Rente
Foto: Markus Spiske (Unsplash)

Im vergangenen Wahlkampf haben die zur Wahl stehenden Parteien, das heiße Eisen „Rente“ kaum aufgegriffen. Das ist nur zu verständlich, denn dort gibt es keine Lorbeeren zu ernten. Die Stunde der Wahrheit kommt jetzt in den Koalitionsverhandlungen und wir werden sehen, was die neue Regierung mit der Rente plant.

Mancher mag sich die Frage stellen: „Was plant die Regierung mit der Rente bzw. mit der Finanzierung der Rente?“ Eines ist sicher, die Finanzierung kann nur durch eine oder mehrere der folgenden Alternativen erfolgen:

  1. Erhörung der Beiträge
  2. Absenken der Rentenzahlungen oder
  3. Verlängerung der Lebensarbeitszeit
  4. Erhöhung des Bundeszuschusses

Im Endeffekt wird eine Kombination wohl die Lösung sein. Gegen eine Erhöhung der Beiträge stemmt sich die FDP. Eine Minderung des Rentenniveaus wollen die Gewerkschaften und die Sozialverbände nicht. Diese wenden sich auch gegen eine Verlängerung der Erwerbszeit. Schließlich wird es von Finanzministerium Einwände gegen eine Erhöhung des Bundeszuschusses geben.
Man sieht: einen Königsweg gibt es nicht.

Was erscheint mir jedoch sicher? Die Regierung plant das Niveau der Rente nicht zu senken.

Dies wäre den jetzigen und künftigen Rentenbeziehern nicht zu vermitteln. Die Erhöhung der Beiträge scheint durchaus im Bereich des Möglichen. Lag sie doch zum Ende der Kohl-Regierung im Jahre 1998 bei 20,3%. Dieses wird auch von der Deutschen Rentenversicherung in Ihren Prognosen so gesehen (2025: 20%, 2030: 22%)1.  Eigentlich ist es bei einer steigenden Lebenszeit nur vernünftig auch die Erwerbszeit zu verlängern. Dies ist aber ein sehr umstrittenes Thema. Aussagen aus der Bankenwelt prophezeien, dass heute bereits Kinder / Jugendliche unter uns leben, die 130 Jahre alte werden. (Die derzeit älteste Frau der Welt ist 118 Jahre alt) Diese würden nach den heutigen Regelungen 60 (!) Jahre Rente beziehen. Das ist nicht finanzierbar.

Allzu lange hat man es versäumt, eine kapitalbasierte Altersversorgung – wie sie jetzt die FDP propagiert – einzuführen. Dies hätte aber erst langfristig eine Wirkung. Als kurzfristige Maßnahme würde es schon helfen, ALLE erwerbstätigen Personen (incl. Beamte und Selbstständige) in das Renten-System einzubeziehen. Die zu einem späteren Zeitpunkt anfallenden Auszahlungen könnten dann durch die Ergebnisse der gebildeten Kapitalstöcke kompensiert werden.

Wie auch immer die neue Regierung die künftigen Rentenkonzepte gestalten wird – eine einfache Aufgabe wird dies sicherlich nicht. Vor allem wird es massive Widerstände, von welcher Seite auch immer, geben und kurzfristige Lorbeere sind hier nicht zu ernten.

Man benötigt in dieser Thematik definitiv einen langen Atem.

Quellenangabe: Sozialpolitik-aktuell.de/Politikfelder/Alter-Rente/

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